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- Was ist ERASMUS ?
- Wer kann sich für ERASMUS bewerben?
- Wie mache ich die zeitliche Planung für den Auslandsaufenthalt?
- Kann ich auch zum Sommersemester mit dem Auslandsaufenthalt beginnen?
- Für mein Studienfach gibt es kein Austauschprogramm mit der Universität, an die ich gerne möchte. Kann ich trotzdem dorthin?
- Wie läuft die Finanzierung?
- Wie stehen die Chancen, ein ERASMUS-Stipendium zu bekommen?
- Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Bewerber?
- Wie kann ich meine Chancen auf ein Stipendium verbessern?
- Wie wähle ich meine Lehrveranstaltungen an der Gastuniversität aus?
- Wie funktioniert die Anerkennung?
- Kann ich im Ausland einen Abschluss erwerben?
- Wo finde ich die Formulare zur Stipendienbewerbung?
Was ist ERASMUS ?
ERASMUS ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das den Austausch von Studenten und Dozenten durch finanzielle Förderung und organisatorisch erleichtern soll. Neben den EU-Mitgliedsstaaten gibt es ERASMUS in assoziierten osteuropäischen Staaten sowie Liechtenstein, Norwegen, Island, Schweiz und Türkei.
Wer kann sich für ERASMUS bewerben?
Alle Bürger der oben genannten Staaten können einmalig an einem ERASMUS- Austauschprogramm teilnehmen, sofern sie an der TU Berlin immatrikuliert sind. Weiterhin können sich sogenannte „Bildungsinländer“ (mit dt. Abitur), heimatlose Ausländer, anerkannte Asylberechtigte und Flüchtlinge sowie Ausländer mit einem deutschen Elternteil, die ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben, für ERASMUS bewerben.
Neuerdings können auch Staatsangehörige von Drittländern (außereuropäische Länder) am ERASMUS-Programm teilnehmen. Bitte hierbei rechtzeitig selbstständig die Visumsangelegenheiten klären.
Wie mache ich die zeitliche Planung für den Auslandsaufenthalt?
Die Studierenden von Bachelor-Studiengängen müssen zu Beginn des Austauschaufenthaltes mindestens im 3. Fachsemester sein, um an einem ERASMUS-Austausch teilzunehmen. Da ein Auslandsstudium relativ lange Vorlaufzeiten mit sich bringt, ist für einen Austausch ab dem 3. Fachsemester schon eine Bewerbung direkt nach Studienbeginn nötig, d. h. im Januar nach Studienaufnahme. Für Diplomanden ist das Ende des Grundstudiums ein günstiger Zeitpunkt um ins Ausland zu gehen, da ein abgeschlossenes Grundstudium die Voraussetzung zur Teilnahme an Austauschprogrammen der TU Berlin ist. Da vom Zeitpunkt der Bewerbung bis zum Antritt des Stipendiums mehr als ein halbes Jahr vergeht, kann man sich auch schon kurz vor Abschluss des Grundstudiums bewerben. Zum Zeitpunkt des Stipendienantrittes muss das Vordiplom bzw. das Zwischenprüfungszeugnis vorliegen. Der Aufenthalt an der ausländischen Universität geht i.d.R. über den Zeitraum von einem Jahr, beginnend mit dem Wintersemester. Die Bewerbungsfrist hierfür liegt im Januar.
Für Teilnehmer an Doppeldiplomprogrammen gelten mitunter besondere Regelungen (welche Hauptstudiumsprüfungen bereits absolviert sein müssen usw.), die bei den zuständigen Hochschullehrern bzw. auf deren Internetseiten zu erfahren sind. Mit vorbereitenden Sprachkursen (z.B. an der ZEMS oder SKB), die den Aufenthalt im Ausland erleichtern, kann man nie früh genug anfangen.
Kann ich auch zum Sommersemester mit dem Auslandsaufenthalt beginnen?
Zunächst muss man überprüfen, ob die gewünschte Universität ihren Lehrplan in einzelne Semester (statt in Studienjahre) einteilt. Ist dies der Fall, so können Austauschprogramme grundsätzlich auch für ein einzelnes Sommersemester genutzt werden. Aufgrund der sprachlichen und kulturellen Eingewöhnungsphase ist der akademische Erfolg bei kurzen Auslandsaufenthalten zumeist geringer.
Dementsprechend wird bei der Auswahl der Kandidaten besonderer Wert auf solide Sprachkenntnisse und ein fundiertes Studienvorhaben gelegt. In den ERASMUS-Verträgen ist üblicherweise der Auslandsaufenthalt für ein akademisches Jahr, beginnend zum Wintersemester, vorgesehen. Folglich werden die Plätze auch zum Wintersemester vergeben. Wer sich zum Sommersemester bewerben will, sollte sich also ebenfalls schon im Januar des Vorjahres dafür bewerben. Spätere Bewerbungen außer der Reihe haben nur dann eine Chance, wenn nicht alle Plätze vergeben wurden.
Für mein Studienfach gibt es kein Austauschprogramm mit der Universität, an die ich gerne möchte. Kann ich trotzdem dorthin?
Man kann sich ohne ERASMUS-Stipendium an der gewünschten Universität einschreiben. Die Hochschulen in Europa sind zu einem großen Teil öffentlich finanziert, daher werden vergleichsweise niedrige Studiengebühren verlangt (Ausnahme: England). Zur Finanzierung kann BAföG oder ein Bildungskredit beantragt werden. Ausländische Studiengebühren werden im Rahmen von Auslands-BAföG mit bis zu ca. 4600 € p.a. bezuschusst.
Nähere Informationen unter: www.bafoeg.bmbf.de.
Unter Umständen können auch fachfremde Austauschprogramme genutzt werden. Hierfür ist die Zustimmung der Partneruniversität sowie ggf. des verantwortlichen Hochschullehrers erforderlich. Es wird eine überdurchschnittliche Qualifikation und ein fachlich begründetes Studien- bzw. Forschungsvorhaben erwartet.
Wie läuft die Finanzierung?
Im Rahmen der Austauschprogramme werden Studiengebühren an der Gastuniversität komplett erlassen. Manche Universitäten fordern eine geringe Verwaltungsgebühr für die Einschreibung. Während des Auslandsaufenthaltes macht es Sinn, sich an der TUB zu beurlauben und eine Befreiung vom Semesterticket zu beantragen. Die Lebenshaltungskosten kann man in den Erfahrungsberichten der ehemaligen Austauschstudenten in der Handbibliothek der Infothek nachlesen. Zusätzlich kann Auslands-BaföG beantragt werden (Achtung! Auch Studierende, die kein Bafög bekommen, haben die Möglichkeit Auslands-BaföG zu beziehen!) und – falls nötig – auch ein Bildungskredit in Anspruch genommen werden.
Infos dazu unter www.bafoeg.bmbf.de und www.dakaberlin.de
Wie stehen die Chancen, ein ERASMUS-Stipendium zu bekommen?
Es gibt keine Garantie dafür, dass man nach einer ERASMUS-Bewerbung auch einen Platz an einer Gasthochschule bekommt. Auch wer mit der Wahl der Gastuniversität auf aktuell gute Bedingungen achtet (an der Universität gibt es mehr freie Plätze als Bewerber), kann nicht von einem Stipendium ausgehen. Insgesamt bekommen etwa zwei Drittel der Bewerber ein ERASMUS-Stipendium. Um die Konkurrenzsituation abzuschätzen, die aktuellen Bewerbungstrends: Am härtesten umkämpft sind die Austauschprogramme für Wirtschaftswissenschaftler (BWL, VWL, Wi-Ing).
Am leichtesten haben es Studierende der Studiengänge wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Was die Wahl der Partneruniversität angeht, so zieht der Großteil der Bewerber urbane Ballungsräume gegenüber kleinen Universitätsstädten vor. Beliebte Länder(-gruppen) sind England, Spanien und Skandinavien. In Frankreich, Italien, Portugal und Osteuropa ist die Bewerbersituation relativ entspannt.
Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Bewerber?
Ausschlaggebend ist der Gesamteindruck der Bewerber. Dazu zählen:
- Motivation
- Studienleistungen
- Sprachkenntnisse
- Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt, landeskundliche Kenntnisse
- Außerfachliches Engagement
- Botschafterfunktion, persönliche Eignung
Wie kann ich meine Chancen auf ein Stipendium verbessern?
Selbstverständlich ist eine sorgfältig ausgearbeitete Bewerbung vorteilhaft. Auch wenn viele Studenten nur ungern über die Planung ihrer Spezialisierung und späteren Karriere nachdenken, ist es im Rahmen der Bewerbung durchaus sinnvoll, den Zusammenhang zwischen dem Auslandsaufenthalt und längerfristigen Forschungs- und Karrierezielen deutlich zu machen. Eine Mehrfachbewerbung mit bis zu drei Prioritäten bedeutet mehr Arbeit, die aber mit gesteigerten Chancen belohnt wird. Wird der Kandidat für die erste Priorität nicht nominiert, nimmt seine Bewerbung am Auswahlverfahren der zweiten und ggf. dritten Priorität teil. Da das Platzangebot im Vereinigten Königreich sehr begrenzt ist, sollten englischsprachige Studenten als Alternative auch Universitäten in Schweden, Norwegen, Finnland, den Niederlanden und Dänemark in Erwägung ziehen. Die Universitäten in diesen Ländern bieten meist einen Teil der Kurse auf Englisch an. Für Berliner ist es meist schwer denkbar, auf ein urbanes Lebensumfeld zu verzichten. Folglich verbessert man sich die Chancen mit einer Bewerbung an eine Universität außerhalb der Ballungszentren. Neben verbesserten Chancen auf ein Stipendium wird an solchen Universitäten immer wieder die gute Betreuung sowie intensiver Kontakt zur Lokalbevölkerung gelobt.
Wie wähle ich meine Lehrveranstaltungen an der Gastuniversität aus?
Vorlesungsverzeichnisse der Partneruniversitäten finden sich in der Infothek und im Internet. Eine Hilfestellung zur Kurswahl sind evtl. die Erfahrungsberichte der ehemaligen Austauschstudenten, die in der Handbibliothek der Infothek erhältlich sind.
Man muss sich als ERASMUS-Student nicht an die Studienordnung der ausländischen Universität halten und kann die Kurse zumeist frei auswählen entsprechend der Anforderungen der Studienordnung an der TU Berlin.
Im Ausland ist das Studium üblicherweise in Undergraduate Studies (3-4 Jahre; zum Erwerb des Bachelor) und Graduate Studies (1-2 Jahre; zum Erwerb des Master) eingeteilt.
Für Bachelor- oder Masterstudierende der TU Berlin gilt: an der Partnerhochschule sollten Kurse gewählt werden, die ähnlich zu denen an der TU Berlin sind. Dabei sollte bedacht werden, wie sich die ausgewählten Kurse in das Studium an der TU Berlin einfügen können. Für das problemlose einfügen bzw. die spätere Anerkennung wird empfohlen, die Auswahl der Kurse mit den Prüfungsobmännern/ Prüfungsausschuss und/ oder Hochschulkoordinatoren zu besprechen.
Für Diplomstudierende gilt: Um Leistungen für das Hauptstudium anrechnen zu lassen, wird vom Prüfungsausschuss häufig verlangt, dass an der ausländischen Universität Kurse im Graduate-Bereich belegt werden. Lehrveranstaltungen im Undergraduate-Bereich werden meist nur dann anerkannt, wenn sie für das dritte Studienjahr oder später vorgesehen sind. Lehrveranstaltungen aus den ersten beiden Bachelor-Jahren erreichen im Allgemeinen kein Hauptstudiumsniveau und werden nur in Ausnahmefällen anerkannt.
Wie funktioniert die Anerkennung?
Die Anerkennung von Studienleistungen, die außerhalb der TUB erbracht werden, erfolgt im Rahmen der Studienordnung des jeweiligen Studienganges. Üblicherweise können maximal 50% des Hauptstudiums im Ausland absolviert werden.
Um eine Anerkennung zu gewährleisten, müssen die Lehrveranstaltungen sowohl inhaltlich als auch vom Umfang her den Anforderungen der Studienordnung gerecht werden. Im Einzelfall entscheidet darüber der Prüfungsobmann. Dies erfolgt grundsätzlich erst nach dem Auslandsaufenthalt. Im Zweifel kann man jedoch schon vorab das Studienvorhaben mit dem zuständigen Prüfungsobmann besprechen. In Europa werden Studienleistungen üblicherweise in ECTS bemessen. Ein gängiger Umrechnungskurs liegt bei 3 ECTS = 2 SWS.
Kann ich im Ausland einen Abschluss erwerben?
Im Rahmen von Doppeldiplomprogrammen: Ja; ansonsten nur auf Eigeninitiative. Im Rahmen von ERASMUS-Austauschprogrammen erfolgt im Allgemeinen die Einschreibung im „Gaststudentenstatus“. Als Gaststudent ist man nicht berechtigt, Abschlüsse abzulegen, Ausnahmen sind jedoch manchmal möglich, insbesondere dann wenn die Gasthochschule aufgrund von fachlicher Exzellenz ein besonderes Interesse daran hat, den Studenten an sich zu binden.
Wo finde ich die Formulare zur Stipendienbewerbung?
Alle benötigten Formulare stehen zum download bereit: Formulare
