Inhalt des Dokuments
- Warum die Unterteilung zwischen Europa und Übersee?
- Wer kann sich für Austauschprogramme der TU Berlin in Übersee bewerben?
- Wie mache ich die zeitliche Planung für den Auslandsaufenthalt?
- Kann ich mich auch nur für ein Semester bewerben?
- Wie stehen die Chancen, ein Stipendium zum Auslandsstudium in Übersee zu bekommen?
- Wie läuft die Finanzierung?
- Es gibt kein Austauschprogramm mit der Universität, an die ich gerne möchte. Kann ich trotzdem dorthin?
- Wie wähle ich meine Lehrveranstaltungen an der Gastuniversität aus?
- Wie funktioniert die Anerkennung?
- Kann ich im Ausland einen Abschluss erwerben?
- Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Bewerber?
- Wie kann ich meine Chancen auf ein Stipendium verbessern?
- Wie sehen die Bewerbungsunterlagen im Einzelnen aus?
- Ist es möglich, während meines Studiums an mehreren Austauschprogrammen mit Partnerhochschulen in Übersee teilzunehmen?
Warum die Unterteilung zwischen Europa und Übersee?
Außerhalb von Europa werden die Konditionen der Austauschprogramme nicht durch das ERASMUS-Programm der Europäischen Kommission einheitlich geregelt, sondern mit jeder Partneruniversität individuell verhandelt. Die Planungs- und Bewerbungsphase für Austauschprogramme in Übersee dauert länger und ist mit höherem Aufwand verbunden (und ggf. Kosten für einen TOEFL-oder IELTS Sprachtest). Über die Besonderheiten der Partneruniversitäten in Nord- und Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland informiert unsere Übersee-Bewerbungssprechstunde in Raum H41b und die jeweiligen Überseereferenten.
Für Austauschprogramme mit Partnerhochschulen in Europa empfiehlt sich die Lektüre der Europa-FAQ.
Wer kann sich für Austauschprogramme der TU Berlin in Übersee bewerben?
Grundsätzlich können sich alle Studierenden der TUB für die Austauschprogramme mit Partnerhochschulen in Übersee bewerben. Zum Zeitpunkt des Stipendienantritts müssen Sie an der TU Berlin eingeschrieben sein und in der Regel mindestens drei Semester im Bachelorstudiengang erfolgreich abgeschlossen haben.
Bitte beachten Sie, dass einige Programme für Studierende bestimmter Studienrichtungen vorbehalten sind. Näheres entnehmen Sie bitte den aktuellen Ausschreibungen.
Wie mache ich die zeitliche Planung für den Auslandsaufenthalt?
Mit vorbereitenden Sprachkursen (z.B. an der ZEMS oder SKB) und einer ersten Beratung in der Infothek im Campus Center kann man nie früh genug anfangen.
Studierende in Bachelor-Studiengängen müssen zu Beginn des Auslandsstudiums in der Regel mindestens 3. Fachsemester abgeschlossen haben, um an einem Austausch teilzunehmen. Da ein Auslandsstudium relativ lange Vorlaufzeiten mit sich bringt, ist für einen Austausch daher ggf. schon eine Bewerbung direkt nach Studienbeginn nötig, d. h. im November oder Mai nach Studienaufnahme.
Bei Diplomstudierenden muss das Vordiplom zum Zeitpunkt der Abreise vorliegen.
Der Aufenthalt an der ausländischen Universität geht i.d.R. über einen Zeitraum von einem Jahr. Bewerbungen für nur ein Semester oder für die Anfertigung einer Abschlussarbeit sind jedoch ebenfalls möglich.
Auf der Südhalbkugel beginnt das akademische Jahr im Februar bzw. März. Bewerbungstermin für Austauschprogramme mit Partnerhochschulen in Australien, Neuseeland und Lateinamerika ist daher immer Mitte Mai des Vorjahres.
Für alle Übersee-Austauschprogramme mit Partnerhochschulen auf der Nordhalbkugel liegt der Bewerbungstermin Mitte November. Das Studium vor Ort beginnt dann im Wintersemester des Folgejahres (Start je nach Land im August bis Oktober).
Bitte berücksichtigen Sie den Semesterbeginn an den Partneruniversitäten bei der Planung Ihrer Prüfungstermine an der TUB. In Mexiko beispielsweise beginnt das Semester bereits Anfang August, in Australien teilweise Mitte Februar:
Zeitplan Übersee
Für Teilnehmer an Dual Degree Programmen gelten besondere Fristen und Vorgaben. Bitte erkundigen Sie sich bei dem zuständigen Hochschullehrern oder konsultieren Sie die Webseiten zu den jeweiligen Programmen, die hier verlinkt sind.
Kann ich mich auch nur für ein Semester bewerben?
Zunächst muss man überprüfen, ob die gewünschte Universität ihren Lehrplan in einzelne Semester (statt in Studienjahre) einteilt. Ist dies der Fall, so können Austauschprogramme grundsätzlich auch für einzelne Semester genutzt werden. Dabei steht es Ihnen frei, ob Sie sich für das erste oder zweite Semester bewerben.
Aufgrund der sprachlichen und kulturellen Eingewöhnungsphase ist der akademische Erfolg bei kurzen Auslandsaufenthalten jedoch zumeist geringer. Dementsprechend wird bei der Auswahl der Kandidaten besonderer Wert auf solide Sprachkenntnisse und ein fundiertes Studienvorhaben gelegt.
In den Verträgen mit unseren Partnern ist üblicherweise eine bestimmte Anzahl an Plätzen pro Jahr festgelegt. Folglich werden die Plätze auch nur einmal im Jahr vergeben. Wer sich daher nur für das jeweils zweite Semester vor Ort bewerben will, muss sich zum Bewerbungstermin für diesen gesamten Zeitraum bewerben – d.h. konkret im Mai des Vorjahres (Südhalbkugel) bzw. im November des Vorvorjahres (Nordhalbkugel). Spätere Bewerbungen außer der Reihe sind nur nach Absprache und nur dann möglich, wenn zum eigentlichen Bewerbungstermin nicht alle Plätze vergeben wurden.
Wie stehen die Chancen, ein Stipendium zum Auslandsstudium in Übersee zu bekommen?
Es gibt keine Garantie dafür, dass man mit einer guten Bewerbung auch einen Platz an einer Gasthochschule bekommt.
Die Bewerbersituation ist jedes Jahr anders, daher können nur Tendenzaussagen getroffen werden. Insgesamt bekommt etwa die Hälfte der Bewerber einen Studienplatz mit Stipendium. Die Erfolgsquote bei den TUB-Austauschprogrammen liegt damit wesentlich höher als bei den meisten anderen Stipendienprogrammen, z.B. DAAD-Jahresstipendien.
Besonders begehrt waren in den letzten Jahren Top-Universitäten in den USA und Australien, in Singapur und in den spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas.
Wie läuft die Finanzierung?
Kern des Stipendiums ist ein Tuition waiver, d.h. der Erlass der Studiengebühren an der Partnerhochschule – soweit es auf der Stipendienausschreibung nicht anderweitig erwähnt wird. Manche Universitäten fordern eine geringe Verwaltungsgebühr für die Einschreibung.
Zusätzlich können Stipendiaten ein monatliches Leistungsstipendium in Höhe von ca. 300 € erhalten. Einige wenige Austauschprogramme werden über DAAD-Programme (ISAP, Unibral etc.) gefördert. In diesem Fall erfolgt die Förderung nach den landesspezifischen Fördersätzen des DAAD, z.B. erhalten Studierende für bestimmte Programme mit Korea ca. 825 € mtl.).
Zusätzlich kann Auslands-BaföG beantragt werden (Achtung! Auch Studierende, die kein Bafög bekommen, haben die Möglichkeit Auslands-BaföG zu beziehen!) und – falls nötig – auch ein Bildungskredit in Anspruch genommen werden. Infos dazu unter www.bafoeg.bmbf.de und www.dakaberlin.de
Über die Lebenshaltungskosten vor Ort kann man sich in den Erfahrungsberichten anderer Studierender in der Infothek im Campus Center informieren. Während des Auslandsaufenthaltes sollten Sie sich an der TUB beurlauben und eine Befreiung vom Semesterticket beantragen.
Es gibt kein Austauschprogramm mit der Universität, an die ich gerne möchte. Kann ich trotzdem dorthin?
Ja, das ist oftmals möglich, allerdings nur auf Eigeninitiative und mit den damit verbundenen Aufnahmekriterien und ggf. anfallenden Studiengebühren als sogenannter Free-Mover oder Visiting Student.
Zur Finanzierung kann BAföG oder ein Bildungskredit beantragt werden. Ausländische Studiengebühren werden im Rahmen von Auslands-BAföG mit bis zu ca. 4600 € p.a. bezuschusst. Nähere Informationen unter: www.bafoeg.bmbf.de.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, ein PROMOS- oder DAAD-Stipendium zu beantragen. Weitere
Weitere Stipendiengeber finden sich unter www.stiftungsindex.de.
Bei herausragenden akademischen Leistungen vergeben mitunter auch die Gastuniversitäten Stipendien oder eine Reduktion der Studiengebühren.
Wie wähle ich meine Lehrveranstaltungen an der Gastuniversität aus?
Vorlesungsverzeichnisse der Partneruniversitäten finden sich in der Infothek und im Internet. Eine Hilfestellung zur Kurswahl sind evtl. die Erfahrungsberichte der ehemaligen Austauschstudierenden, die in der Infothek im Campus Center einsehbar sind.
Austauschstudierende müssen sich nicht an die Studienordnung der ausländischen Universität halten, sondern können die Kurse zumeist entsprechend der Anforderungen der Studienordnung an der TU Berlin frei auswählen .
Im Ausland ist das Studium üblicherweise in Undergraduate Studies (3-4 Jahre; zum Erwerb des Bachelor) und Graduate Studies (1-2 Jahre; zum Erwerb des Master) eingeteilt.
Für Bachelor- oder Masterstudierende der TU Berlin gilt: an der Partnerhochschule sollten Kurse gewählt werden, die denen an der TU Berlin ähnlich sind. Dabei sollte bedacht werden, wie sich die ausgewählten Kurse in das Studium an der TU Berlin einfügen können. Für das problemlose Einfügen bzw. die spätere Anerkennung wird empfohlen, im Vorfeld die Auswahl der Kurse mit den Prüfungsobmännern bzw. dem Prüfungsausschuss und/oder Hochschulkoordinatoren zu besprechen.
Für Diplomstudierende gilt: Um Leistungen für das Hauptstudium anrechnen zu lassen, wird vom Prüfungsausschuss häufig verlangt, dass an der ausländischen Universität Kurse im Graduate-Bereich belegt werden. Lehrveranstaltungen im Undergraduate-Bereich werden meist nur dann anerkannt, wenn sie für das dritte Studienjahr oder später vorgesehen sind. Lehrveranstaltungen aus den ersten beiden Bachelor-Jahren erreichen im Allgemeinen kein Hauptstudiumsniveau und werden nur in Ausnahmefällen anerkannt.
Wie funktioniert die Anerkennung?
Die Anerkennung von Studienleistungen, die außerhalb der TUB erbracht werden, erfolgt im Rahmen der Studienordnung des jeweiligen Studienganges. Üblicherweise können maximal 50% des Studiums im Ausland absolviert werden.
Um eine Anerkennung zu gewährleisten, müssen die Lehrveranstaltungen sowohl inhaltlich als auch vom Umfang her den Anforderungen der Studienordnung gerecht werden. Im Einzelfall entscheidet darüber der Prüfungsobmann. Dies erfolgt grundsätzlich erst nach dem Auslandsaufenthalt. Im Zweifel kann man jedoch schon vorab das Studienvorhaben mit dem zuständigen Prüfungsobmann besprechen.
Leider gibt es kein weltweit einheitliches Kreditpunkte- oder Notensystem, daher ist es für die Anerkennung besonders wichtig, nicht nur den Inhalt, sondern auch den Umfang (in Wochenstunden) der besuchten Lehrveranstaltungen dokumentieren zu können.
Die während eines Urlaubssemesters anrechenbaren Credits dürfen 30 ECTS nicht überschreiten.
Kann ich im Ausland einen Abschluss erwerben?
Einige der Austauschprogramme ermöglichen den Erwerb eines Master (GeorgiaTech, Calgary) oder eines Dual Degrees.
Die meisten Austauschprogramme sind jedoch für Jahres- oder Semesteraufenthalte oder kürzere Projektarbeiten vorgesehen. In diesen Austauschprogrammen wird man im Allgemeinen als non-degree student (vergleichbar mit dem Gasthörerstatus) eingeschrieben. Damit ist man nicht berechtigt, Abschlüsse abzulegen. Ausnahmen sind jedoch manchmal auf Eigeninitiative vor Ort möglich, insbesondere dann, wenn die Gasthochschule aufgrund von fachlicher Exzellenz ein besonderes Interesse daran hat, den Studierenden an sich zu binden.
Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Bewerber?
Ausschlaggebend ist der Gesamteindruck der Bewerber. Dazu zählen:
- Fachliche Leistungen
- Sprachkenntnisse (im Falle des TOEFL-Tests ist die Mindestpunktzahl ein Ausschlusskriterium, da sie Voraussetzung für die Zulassung an der Gastuniversität ist)
- Motivation und Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt
- Sonstige Erfahrung / Persönliche Eignung / Außeruniversitäres Engagement
Wie kann ich meine Chancen auf ein Stipendium verbessern?
Selbstverständlich ist eine sorgfältig ausgearbeitete Bewerbung vorteilhaft. Auch wenn viele Studierende nur ungern über die Planung ihrer Spezialisierung und späteren Karriere nachdenken, ist es im Rahmen der Bewerbung durchaus sinnvoll, den Zusammenhang zwischen dem Auslandsaufenthalt und längerfristigen Forschungs- und Karrierezielen deutlich zu machen.
Eine Mehrfachbewerbung mit bis zu drei Prioritäten bedeutet mehr Arbeit, aber auch mehr Chancen. Wird der Kandidat für seine erste Priorität nicht nominiert, nimmt seine Bewerbung automatisch am Auswahlverfahren der zweiten und dritten Priorität teil.
Wer sich bei der Wahl der Gastuniversität gegen den Trend bewirbt – zumindest mit der zweiten oder dritten Priorität, kann dadurch seine Chancen auf ein Stipendium verbessern. Einzelne Partneruniversitäten sind besonders hart umkämpft, beispielsweise die University of California (Berkeley, UCLA, etc.). Australische und lateinamerikanische Universitäten erfreuen sich in letzter Zeit auch einer gesteigerten Beliebtheit. Erschwerte Zulassungsbedingungen wie z.B. ein GRE/GMAT-Test oder besondere Sprachanforderungen (portugiesisch) sorgen ebenfalls für geringe Bewerberzahlen.
Austauschprogramme, die exklusiv für Natur- und Ingenieurswissenschaftler sind, sind weniger ausgelastet als Austauschprogramme für Architekten und Wirtschaftswissenschaftler. Daher ist es für letztere auf jeden Fall empfehlenswert, die Möglichkeit einer Mehrfachbewerbung mit bis zu drei Prioritäten auszunutzen.
Für Berliner ist es meist schwer denkbar, auf ein urbanes Lebensumfeld zu verzichten. Folglich verbessert man sich die Chancen mit einer Bewerbung an eine Campus-Universität außerhalb der Ballungszentren. Neben verbesserten Chancen auf ein Stipendium wird an solchen Universitäten immer wieder die gute Betreuung sowie intensiver Kontakt zur Lokalbevölkerung gelobt.
Wie sehen die Bewerbungsunterlagen im Einzelnen aus?
Alle benötigten Formulare stehen hier zum Download bereit.
Hier finden Sie auch eine Beispielbewerbungsmappe mit weitergehenden Tipps und Hinweisen zum Erstellen der Bewerbungsunterlagen.
Ist es möglich, während meines Studiums an mehreren Austauschprogrammen mit Partnerhochschulen in Übersee teilzunehmen?
Nein, Studierende, die bereits an einem TU-Austauschprogrammen mit Kursbesuch an Partnerhochschulen in Übersee teilgenommen haben, können kein weiteres Mal gefördert werden, auch nicht in einem nächsten Studienabschnitt. Ausnahmen gelten lediglich für Dual Degree Programme, die aus anderen Mitteln (ISAP, Doppelabschlussprogramm) gefördert werden oder Aufenthalte zur Abfassung einer Studien- oder Abschlussarbeit im Ausland.
Allerdings haben Sie während Ihres Studiums an der TU Berlin die Möglichkeit, einen über das ERASMUS-Programm geförderten Auslandsstudienaufenthalt zu absolvieren UND an einem Überseeaustauschprogramm teilzunehmen.



